Zweiter Lauf, erster Platz für Efrem

Efrem hält sich mit dem Laufen nicht nur fit, sondern kann seine Flucht beim Sport auch besser verarbeiten.

Efrem hält sich mit dem Laufen nicht nur fit, sondern kann seine Flucht beim Sport auch besser verarbeiten.

Anfang Juli startete der 24-jährige Efrem aus Eritrea sehr spontan beim Ermstal-Marathon und belegte dort bei der Halbmarathonstrecke kurzerhand den 7. Platz, nun kann der Metzinger Asylbewerber auf einen weiteren Erfolg stolz sein: Beim 12. Plochinger Stadtlauf errang Efrem den 1. Platz in der Klasse M beim 10-Kilometer-Lauf mit nur 35:25 Minuten!

Bei seinem 2. Rennen schon den 2. Platz gesichert. Glückwunsch!

Bei seinem 2. Rennen schon den 1. Platz gesichert. Glückwunsch!

Die Lauftalente des Arbeitskreis Asyl Metzingen

Doch nicht nur das: Diesmal war nämlich nicht nur Efrem mit dabei, sondern auch Martin Mages und Franz Schmitt, beide Ehrenamtliche beim Arbeitskreis Asyl Metzingen. Alle drei sind als „Team Talente“ an den Start gegangen und haben dabei mit über zehn Minuten Vorsprung den 1. Platz in der Teamwertung belegt! Herzlichen Glückwunsch!

Vorfreude auf den Spendenlauf

Die drei passionierten Läufer sind also bestens vorbereitet für den Metzinger Spendenlauf am 13. September, der zugunsten des Arbeitskreis Asyl veranstaltet wird und hoffen auf weitere Mitläufer aus Metzingen – egal ob mit oder ohne Flüchtlingshintergrund

16. Spendenlauf in Metzingen am Sonntag 13.09.2015 von 13-18 Uhr zugunsten dem AK Asyl Metzingen

Seit über 20 Jahren mit ein paar Unterbrechungen gibt es in Metzingen am letzten Sonntag in den Sommerferien den Metzinger Spendenlauf. Initiator Gerd Schramm ist Läufer aus Leidenschaft. Er sammelte „laufend“ Geld und damit auch Aufmerksamkeit in den vergangenen Jahren für zahlreiche soziale Projekte und für Menschen, die ihm am Herzen lagen und liegen.

In diesem Jahr geht der Erlös an den Arbeitskreis Asyl Metzingen.

Aus zwei Gründen: zum einen haben mehrere Läufer im Namen vom Arbeitskreis Asyl beim Spendenlauf 2014 mehr als 50 Runden gedreht und sind so dabei mit ihm ins Gespräch gekommen. Gerd Schramm hat sofort zugesagt, dass in diesem Jahr für den AK gesammelt wird. Zum anderen, Gerd Schramm wurde vor mehr als 70 Jahren „auf der Flucht“ geboren. Er weiß also sehr genau, wie sich „Flüchtling sein“ anfühlt.

Das gesammelte und gespendete Geld kommt ganz konkret zwei Dingen für unsere Arbeit zugute.

  1. Wir wollen sportinteressierte Asylbewerber mit passender Kleidung (Schuhen, Hosen, Shirts…) ausstatten.

  2. Für traumatisierte Flüchtlinge gibt es u.a. Angebote in der Bewegungs-und Sporttherapie. Solche Angebote wollen wir in konkreten Fällen bezuschussen.

Darüber hinaus suchen wir noch weitere Mitläufer und Helfer für den Spendenlauf: Sonntag, 13.September 2015 von 13-18 Uhr, Otto-Dipper-Stadion, Metzingen. Wer mitlaufen/mitmachen möchte, kann sich gerne unter mitmachen@arbeitskreis-asyl-metzingen.de anmelden.

Acht von Markus Merk signierte Fußbälle stehen zum Tausch!

Acht von Markus Merk signierte Bälle stehen zum Tausch

Acht von Markus Merk signierte Bälle stehen zum Tausch

Fußballfans aufgepasst: Der Zweckverband Kommunale Informationsverarbeitung Reutlingen-Ulm (KIRU) hat uns acht vom ehemaligen Weltschiedsrichter Markus Merk signierte Fußbälle geschenkt. Und wir vom Arbeitskreis Asyl Metzingen geben Sie gerne weiter – an Sie!

Aus 8 mach 40

Die Idee ist einfach: Wer einen der acht Fußbälle mit der prominenten Unterschrift haben will, spendet dafür fünf Lederfußbälle, mit denen auf einem Hartplatz gespielt werden kann.

Einige Asylsuchende kicken auch schon in einer Freizeitsportgruppe und trainieren in Mannschaften der TuS mit. David Andreas Roth, Koordinator des Arbeitskreises Asyl Metzingen, nahm die Bälle mit Dank entgegen. „Wie man zuletzt beim Ermstal-Marathon gesehen hat“, weiß er, „sind unter den Asylsuchenden in Metzingen einige sportliche Talente dabei. Und auch wer nicht außergewöhnlich talentiert ist, hat Spaß an der Bewegung und am Sport mit anderen. Dafür braucht es aber das richtige Sportgerät.“

Und Bälle nutzen sich auf dem Bolzplatz recht schnell ab, weswegen es immer wieder Nachschub braucht. Deshalb: Ein Vorrat muss her.“

"Viel Spaß! Markus Merk 2014" steht auf den Bällen

„Viel Spaß! Markus Merk 2014“ steht auf den Bällen

Die Aktion läuft solange der Vorrat an signierten Bällen reicht. Interessenten können sich melden unter mitmachen@arbeitskreis-asyl-metzingen.de.

 

Feierlich überreicht wurden die Bälle übrigens vom KIRU Verbandsvorsitzenden Dr. Ulrich Fiedler am Montag, den 13. Juli in den Räumen des Café International in Metzingen. „Das ist eine gute Gelegenheit, die Asylsuchenden zu unterstützen. Dr. Markus Merk ist ein Star unter den Schiedsrichtern und ein faszinierender Motivationstrainer und Redner. Wir hoffen sehr, dass die Fußbälle schnell ihre Abnehmer finden.“, sagte Fiedler bei der Übergabe.

Idee eines ehemaligen Asylbewerbers

Auf die Idee, die signierten Bälle dem Arbeitskreis Asyl zu vermachen kam KIRU-Azubi und Fußballfan Masis Wartanian. Der Armenier kam vor vier Jahren aus dem Irak nach Deutschland und ist sozusagen das Scharnier zwischen KIRU und Asylbewerbern, denn er engagiert sich ebenfalls im Arbeitskreis Asyl.

Freude bei der Übergabe

https://www.arbeitskreis-asyl-metzingen.de/wp-admin/post.php?post=592&action=edit Hoffen auf großen Andrang auf die Bälle von markus Merk: KIRU- und Arbeitskreis Asyl Metzingen-Mitarbeiter sowie Asylbewerber.

Auch Fußballschuhe gesucht

David Roth berichtete außerdem, dass auch Fußballschuhe benötigt werden. Sowohl für die Halle als auch für den Platz. So steht zum Beispiel ein Fußballturnier am Freitag, den 24. Juli 2015, in der Berufsschule an. Jürgen Jünger, der Sozialarbeiter des Landratsamtes in der Flüchtlingsunterbringung und Rainer Hörmann, Schulsozialarbeiter der Gewerbeschule Metzingen organisieren das Hallen-Turnier, mit dem auch schon ein Bezug zur Schule hergestellt werden soll, in die vielleicht einige der Asylsuchenden schon bald gehen werden.

Wenig oder gar nicht benutzte Fußballschuhe (Indoor und Rasen) der Größen 40 bis 44 können beim Arbeitskreis unter mitmachen@arbeitskreis-asyl-metzingen.de angeboten werden. Dafür gibt es allerdings nur ein Dankeschön und keinen Fußball von Herrn Merk.

Herzlichen Dank, liebe Unterstützer!

Jede einzelne Sachspende von der Gartenbank bis hin zur kompletten Wohnungseinrichtung sowie die vielen Mitmach-Angebote jeder Altersklasse beweisen es: unsere Stadt heißt Flüchtlinge herzlich willkommen! Allein was im ersten halben Jahr von 2015 für den Arbeitskreis Asyl Metzingen und vor allem für die Asylbewerber angeboten wurde, sprengte nicht nur alle Erwartungen, sondern zeugte auch von sehr viel Kreativität.

Kurzes Resumee

Im Februar feierten wir unseren 1. Geburtstag. Doch das war erst der Anfang!
Neben dem Start mit unserer Arbeitsgruppe Rad und Tat im März, den vielen bewährten Deutsch- und neuen Analphabetisierungskursen und vielen weiteren Arbeitsgruppen gab es in den vergangenen sechs Monaten auch von außerhalb des Arbeitskreises viel tolle Unterstützung aus Metzingen.

Gemeinsam Fuß fassen – mit tollen Angeboten

Die Kletterhalle H3 zum Beispiel lud Asylbewerber gleich mehrmals zum Klettern ein, die Boni-Kids bewiesen ein sensationelles Künstlertalent und spendenden die Hälfte der Einnahmen ihrer Boni-Show an den Arbeitskreis, ebenso machte die Veranstaltung „Gemeinsam bunt!“ auf uns aufmerksam und der Club Thing lud alle Metzinger auf ihrem Gelände bei einem Grillfest dazu ein, die Asylbewerber besser kennen zu lernen. Flüchtlinge, die eine gewisse Action lieben, wurden von der Mobilen Jugendberatung eingeladen, mit ihnen in den Europapark zu fahren. Nachdem eine Gruppe mit dem Deutschkurs die Metzingen Stadtbücherei besuchte, wurden auch hier schnell Freundschaften ge- und eine künftige Zusammenarbeit beschlossen. Und auch eines der derzeit größten Probleme, die Wohnungssuche der anerkannten Flüchtlinge, wurde zum Thema im Gemeinderat.
Wer von den Flüchtlingen bereits eine eigene Wohnung fand, bekam dank nahezu unzähligen Sachspenden einen leichteren Start in die eigenen vier Wände – und die vielen Fahrrad- und Werkzeugspenden erleichtern den Alltag der Neumetzinger ebenso sehr.

Wenn aus Fremden Freunde werden

Wir vom Arbeitskreis Asyl Metzingen aber freuen wir uns vor allem über die Freundschaften, die im Laufe der Zeit zwischen Eingesessenen und Fremden entstanden sind. Sei es ein gemeinsamer Spaziergang, ein gemeinsames Grillen oder einfach ein gemeinsamer Drink in einer Metzinger Bar – der Kontakt zu Deutschen ist nicht nur für das Lernen der Sprache und die Orientierung im noch fremden Land wichtig, sondern vor allem für das Seelenbefinden der Asylbewerber besonders wertvoll (und für das eigene natürlich ebenso!)

Vielen Dank für alle Hilfe!

Wir wünschen uns sehr, dass dieses Zusammenleben weiter wächst – und machen uns wenig Sorgen darüber, dass dies nicht geschieht. Wir stehen voller Energie in den Startlöchern für das zweite halbe Jahr 2015, in dem bereits spannende Events in den Startlöchern stehen! Mehr dazu bald hier auf unserer Homepage.

Sehr gerne mit Ihnen an unserer Seite!

 

Achja: Hin und wieder, das wollen wir nicht verschweigen, sind die „Neuen“ leider doch auch für Ärgernisse verantwortlich. Gerade in solchen Fällen bitten wir um eine Nachricht und bieten unsere unparteiische(!) Unterstützung zur Schlichtung an.

Vermieter und Nachbarn gesucht

Monate lang warten Asylsuchende auf die Entscheidung, ob sie in Deutschland bleiben dürfen oder nicht. Sind dann die heiß ersehnten „Papers“, also die Anerkennungspapiere da, beginnt für die Flüchtlinge der erste Schritt ins selbstbestimmte neue Leben in Deutschland.

Die Erwartung an die anerkannten Flüchtlinge ist groß: So schnell wie möglich sollen (und wollen) sie auf eigenen Beinen stehen können. Doch dabei hapert es gleich zu Beginn an etwas ganz Grundlegendem: einer eigenen Wohnung.

 

Die wichtigsten Fragen der Vermieter – und ihre Antworten

Der Wohnraum in Metzingen ist knapp. Zudem haben viele Vermieter Bedenken, ihre Wohnung an einen Flüchtling zu vermieten und jede Menge Fragen.

Wir haben die häufigsten von ihnen hier beantwortet.

1. Warum ist eine eigene Wohnung so wichtig?

Bis sie in Metzingen ankamen, haben die meisten Asylbewerber überall eine „Bleibe“ gefunden: in Obdachlosenheimen, auf Booten, auf der Straße, auf Parkbänken, in Bussen oder bei Privatleuten. Aber auch Hotels reihen sich in die Erzählungen der Unterkünfte mit ein. In Deutschland angekommen, stehen ihnen in Flüchtlingsunterkünften 4,5 Quadratmeter Wohnraum zu – auch in Metzingen. Gerade Alleinstehende teilen sich deswegen auf engstem Raum ein Zimmer, das eine Privatsphäre unmöglich macht. Die eigenen vier Wände sind für eine gelungene Integration in Deutschland unserer Ansicht nach ein wichtiger Punkt, um ein selbstbestimmtes Leben führen sowie hier Fuß fassen zu können.

 

2. Was ist an den Vorurteilen gegenüber Flüchtlingen dran?

Glaubt man den gängigen Vorurteilen, sind Flüchtlinge laut, unordentlich und undiszipliniert. Sie gelten oft mehr als unliebsamer Störenfried denn als partnerschaftliche Nachbarn. In wenigen Fällen, das wollen wir gar nicht kleinreden, mag das stimmen. Doch das ist kein Flüchtlings-Phänomen. In den meisten Fällen zeichnet die Flüchtlinge vor allem aus, dass sie sich an die deutsche Kultur und Gesellschaft anpassen wollen. Themen wie Mülltrennung, Mittagsruhe und Kehrwoche müssen sie jedoch erst mal kennenlernen – ein Anleitungsprozess, den wir mit vielen Infoaktionen und persönlicher Unterstützung bereits mehrfach erfolgreich fördern konnten. Natürlich stehen wir vom Arbeitskreis Asyl bei Problemen gerne als Ansprechpartner und wenn das jemals notwendig werden sollte auch als Schlichter zur Verfügung.

 

3. Welche Voraussetzung muss die Wohnung erfüllen?

Für die Wohnungen der Asylanten bestehen klare Vorgaben des Jobcenters. Je nachdem, wie viele Personen eine Wohnung beziehen, sind die maximalen Mietkosten (Kaltmiete) sowie die maximale Quadratmeterzahl vorgegeben. Außerdem gibt es je nach Wohnungsort verschiedene Stufen, nach denen die maximale Miete pro Quadratmeter vorgegeben ist.

Zum besseren Verständnis haben wir das in einer Tabelle zusammengefasst:

 

Mietobergrenzen der Kaltmiete

Mietobergrenzen der Kaltmiete (Klick zum Vergrößern)

 

4. Kann ich mir meine Mieter aussuchen?

Wie bei jeder Vermietung kann sich der Vermieter natürlich selbst aussuchen, wem er seine Wohnung vermieten möchte und wem nicht. Da wir vom Arbeitskreis Asyl die Metzinger Asylanten in der Regel gut kennen, helfen wir zusammen mit dem Sozialarbeiter des Landratsamtes gerne bei der Suche nach dem geeigneten Mieter weiter – wie bei einer Art Vermittlungsbörse. Ist Ihre Wohnung eher für eine Familie, einen Alleinstehenden oder lieber ein Seniorenehepaar geeignet? Sie kennen Ihre Wohnung und Ihr Umfeld am besten, wir die Metzinger Flüchtlinge. Bringen wir beides zusammen!

 

5. Erhalte ich Unterstützung, wenn ich Probleme mit dem Mieter habe?

Ein gutes Miteinander ist für uns das A und O. Unsere Vorstellung von einem gelebten Miteinander beruht nicht nur auf einer Seite – wir erwarten trotz allem teils schrecklichem Erlebten von den Flüchtlingen, dass sie sich den hiesigen Gepflogenheiten anpassen. Diese zu vermitteln sehen wir als eine unserer Hauptaufgaben, und wir rennen damit oft offene Türen ein. Um diese Frage also zu beantworten: Ja! Auf Wunsch stellen wir einen „Integrations-Partner“, der regelmäßig in der Wohnung nach dem Rechten sieht und bei Problemen weiterhilft. Und das selbstverständlich unparteiisch!

 

6. Müssen die Wohnungen unbedingt in Metzingen sein?

Nein. Das Jobcenter sieht vor, dass anerkannte Flüchtlinge auch im Großraum Metzingens wohnen können. Wichtig ist für die Flüchtlinge jedoch, dass die Integration durch einen entlegeneren Wohnort nicht gefährdet wird, vor allem der Besuch der Sprach- und Integrationskurse sollte durch eine gute Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel gewährleistet sein.

 

7. Wer zahlt die Miete?

Während der Flüchtling noch kein eigenes Einkommen eines gewissen Betrages erhält, werden die Mietkosten vom Jobcenter Reutlingen bezahlt.

 

8. Darf ich als Vermieter regelmäßig in die Wohnung, um nach den Rechten zu sehen?

Hier gilt gleiches Recht wie bei jedem anderen Mietverhältnis auch – eine Art Routinekontrolle ist nicht (so einfach) machbar. Da aber in der Regel der Arbeitskreis als „Integrations-Partner“ zur Seite steht, ist die Wohnung jedoch nicht völlig vogelfrei dem Mieter überlassen.

 

Ihre Frage ist nicht dabei? Wir beantworten Sie gerne!

Haben Sie eine geeignete Wohnung und würden sie einem Flüchtling anbieten wollen? Dann melden Sie sich ganz unverbindlich bei uns – wir freuen uns auf Ihre Nachricht!

info@arbeitskreis-asy-metzingen.de